Wenn das Tierheim anruft und Platz für eine Igelfamilie sucht!

4 igel
Igel sind schon echt fotogen. Diese Lakritz-Nasen und Pfötchen 😀

Zuletzt war es in Sachen Igeln wieder ruhig geworden, da uns der eine Igel mit seinem Nest im Futterhaus gehörig hinters Licht geführt hat und einen Winterschlaf vorgaukelte, sich dann ungesehen abmachen konnte.


Am Dienstag war ich in der Werkstatt um Bestellungen von Zuschauern/Kunden in meinem Shop abzuarbeiten und da ging plötzlich das Telefon. Das Tierheim Siegen war dran und fragte mich, ob ich noch eine Igelfamilie bestehend aus 3 etwa 6 Wochen alten Igeln sowie der Igelmutter zum Auswilderu aufnehmen könnte. Angesichts sehr schwerer, schlimmer Probleme im Privatumfeld, habe ich erst kurz gezögert, dann aber zugestimmt, zumal es etwas Ablenkung von den Problemen bringt. Der Nistkasten „Arbeit“ ist nicht ohne Grund offline… Hinzu kommt noch ein Todesfall in der Familie, der das rundum Sorgen-Paket abrundet… So ein Paar Igel tun da schon gut 🙂

Heute hatte ich dann Zeit gefunden, um das Igelauswilderungsgehege einzurichten. Am alten Standort hinter der Hütte befindet sich ja nun der Teich, somit bietet sich die Fläche vorm Vogelhaus und den beiden Igelfutterhäusern perfekt an. Einfach eines der Häuser als Teil des Geheges inkludiert, das Kameraschlafhaus direkt mit und fertig ist das Gehege – glaubte ich zumindest 😉

 

Am Mittag fuhr ich dann ins Tierheim Siegen und holte die 4 Igel ab. Danach verbrachte ich sie ins neue Gehege. natürlich musste sich ersteinmal wieder schön eingesabbert (eingespeichelt) werden, dessen Sinn selbst wissenschaftlich noch nicht vollends erforscht ist, warum die Igel das machen! Statt ins Schlaufhaus zu gehen, wie es die zuvor „angepisste“ Mutter tat, erkundeten die 3 Kleinen erstmal die Umgebung und es ging auch direkt los mit Ausbruchsversuchen!

 

Da ich mit meinem Nachbarn noch Material für den Bau weiterer Nistkästen im Holzhandel besorgen musste, waren die Igel zunächst eine Stunde alleine. Als ich dann in meine Wohnung gehen wollte, hockte auf der Fläche davor seelenruhig einer der kleinen Igel! Ausgebrochen! Da haben die Igel wohl zuviel Prisonbreaks geschaut! Doch ich als Wärter konnte den Ausbruchsversuch aufdecken, den Flüchtigen widerstandslos einfangen, verhören und schließlich zurück in die Anstalt bringen 🙂

 

Nun galt es die Schwachstellen meiner Zaunkonstruktion zu finden und zu beseitigen. Ich schaute den Igeln einfach bei ihren Ausbruchsversuchen zu und problematisch schien der Bereich links und rechts vom Futterhaus zu sein, denn sie kamen die Steinmauer rechts hoch oder nutzten das Dach als Empore. Also wurden die Sicherheitsstandards erhöht und nun ein „Supermax“ aufgemacht. Alle Ritzen habe ich nun versucht, igelsicher zu machen. Denn ich kam mit den Zaunelementen nicht unter den Dachüberstand vom Futterhaus. Dort mussten es also dann Pflastersteine tun, die ich noch oben her noch abgedichtet habe. Nun bleibt zu hoffen, dass ich keine Fluchtmöglichkeit übersehen habe 😀

 

Die Umzäunung ist nötig, denn die hier neuen und ortsfremden Igel müssen sich zunächst ersteinmal sortieren und an die neue Umgebung mit allen Eindrücken, Gerüchen und Geräuschen gewöhnen. Ebenso sollten die Kleinen noch Gewicht zulegen um die Voraussetzungen zum Winterschlaf zu erfüllen. Die Igel sollen nun ca. 10-14 Tage im Auswilderungsgehege bleiben, danach wird der Zaun abgebaut, wobei Futter und Schlafplätze aber erhalten bleiben. Die Igel können sich ab dem Zeitpunkt also völlig frei und ohne Beeinflussung bewegen.

Bis dahin wird jetzt voraussichtlich kiloweise Nassfutter vertilgt. Die erste Palette „Carny Kitten Geflügelcocktail“ habe ich bereits gekauft 🙂 Sie können gerne auch für Igel & Vogelfutter spenden! Alle Spenden fließen ausschleßlich in dieses Projekt, maßgeblich für Futter 🙂

 

Erfreuen wir uns vielleicht noch an ein paar schönen Igelmomenten im Livestream, bevor sie auch bald in den Winterschlaf gehen sollten!

 

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8 Antworten

  1. Ich finde Igel sind wirklich wunderbare Tiere.
    An deiner Hingabe und deiner Hilfe könnte sich jeder ein Stück abschneiden.

    Jährlich werden bis zu eine Millionen Igel überfahren. Viele weitere verhungern oder wir nehmen ihnen den Lebensraum sodas ihnen nichts als der Tod bleibt.

    Das ist eine Schande und ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft!
    Das Tier lebt unter uns und wird völlig vergessen und zertrampelt!

    Wären mehr Leute so Barmherzig und aufmerksam würde der Igel nicht aussterben.

    Großes Danke sehr an dich und deine Arbeit 🙂

    1. Vielen Dank für die Anerkennung! Mähroboter sind neben dem Verkehr mindestens gleich schlimm. Allerdings nehmen auch die Bestände von Greifvögeln wie Uhu/Eule zu und gegen die kann der Igel nichts ausrichten. Waschbären sind auch ein massives Problem geworden…

  2. Ach wie schön, dass es noch Menschen gibt, die sich auch in einer persönlich schwierigen Situation um hilfebedürftige Tiere kümmern. Vielen Dank! Wir haben die homepage zufällig entdeckt und schauen nun jeden Tag neugierig, was sich so tut im Igelhaus :-). Das dient auch als Quercheck für unseren Igel, der ebenso noch nicht im Winterschlaf ist. Der ist allerdings bereits etwas mobbeliger 😉 und wir rechnen jeden Tag damit.

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