Küken

Der Herbst ist der ideale Zeitpunkt um neue Nistkästen aufzuhängen, damit sich die Meisen den Kasten bereits vormerken können! Bestellen Sie Ihren eigenen Nistkasten mit Kameratechnik für Live-Einblicke im heimischen Garten einfach bei mir im Shop!

Vorbereitung eines Turmfalken-Livestreams

Am Samstag den 10. September gab es wieder frischen Wind hier im Nistkastenprojekt! Grund dafür ist ein neues Projekt welches sich in den letzten Wochen ergeben hat!

 

Aber fangen wir von Vorne an: Per Kontaktformular meldete sich der Michael Ziara vom BUND Ortsverband Dossenheim bei mir und erzählte mir von einem Turmfalken-Nistkasten in einer Kirche der Umgebung und fragte mich, wie ich das Streaming technisch umgesetzt habe. Dort gab es die Planung, eine Kamera in den bereits vorhandenen Turmfalken-Nistkasten einzubauen und diese ins Netz zu streamen wie ich es auf diesen Seiten mache. In der Vergangenheit wurden bereits ähnliche Projekte dieser Art durchgeführt was jedoch zu horrenden Kosten für das Livestreaming führte, – für einen gemeinnützigen Verein finanziell eine Katastrophe. Das Projekt wurde schon einige Zeit zuvor durch die evangelische Kirchengemeinde abgesegnet. Durch Suchen im Internet wurde Michael Ziara dann auf mein Projekt aufmerksam da hier alles mit open-source-Software realisiert wird was ein sehr preiswertes und dennoch qualitativ hochwertiges Livestream-Erlebnis für Sie als Besucher und auch Zuschauer ermöglicht.

Nach einigem Hin und Herschreiben war dann die Idee geboren, aus dem Vorhaben ein Patenschaftsprojekt zu machen bei dem ich das Livestreaming sowie den Einbau der notwendigen Kameratechnik übernehmen würde.

 

Somit hätten alle beteiligten Seiten eine „Win-Win-Situation“ an der Sache! Denn mein externer Server „langweilt“ sich von der Belastung durch Streams und kostentechnisch macht es keinen Unterschied. Somit entstehen keinerlei Kosten für das Livestreaming für den Verein und wir können hier zugleich dann in absehbarer Zeit einen Turmfalken-Livestream bestaunen den ich auch mit Blogbeiträgen „moderieren“ werde wie es mit den Meisenkästen passiert.

 

Das alles in von mir hier gewohnter Qualität von 1440p und natürlich mit Ton. Auf Grund der Dunkelheit im Kasten wird es allerdings nur Nachtaufnahmen geben. Eine Beleuchtung ist – anders als bei den Meisen – bei Turmfalken keine gute Idee. Zum Einsatz kommen die bewährten Reolink RLC 410-Kameras – diese habe ich jedoch mit einem Weitwinelobjektiv versehen und das Mikrofon umverlegt

Letzten Samstag ging es für mich dann in den Rhein-Neckar-Kreis um sich einerseits persönlich kennenzulernen und zugleich auch die technischen Vorraussetzungen zu schaffen, denn der Glockenturm musste ersteinmal digital erschlossen werden.

Für mich war auch die Location ein Erlebnis, denn noch nie war ich in einer Kirche mal „hinter den Kulissen“, schon gar nicht im Glockenturm! Auch die Architektur war faszinierend, der riesige Dachboden mit seinem Gebälk und nicht zuletzt der Kirchturm und der Glockenstuhl.

Neben den Glocken an den Schallöffnungen war der Turmfalkennistkasten angebracht, – der Einflug erfolgt durch ein Loch in den Lamellen welche man von Aussen sieht direkt in den Nistkasten. Die Höhe über dem Boden schätze ich auf etwa 20 Meter.

Die Glocken wurden über eine Bedienkonsole vor dem Betreten des Glockenstuhls abgeschaltet.

Herstellung der Netzwerkinfrastruktur und Einbau der Kameras

Nun überlegte ich mir, wie wir die Kameras am besten anbringen bzw. welche Perspektive am besten ist. Die Kunst dabei war und ist, möglichst wenige „toten Winkel“ im Nistkasten zu haben, denn jede Kamera sieht nur einen gewissen Ausschnitt. Eine Draufsicht wie in meinen Nistkästen hier ist bei einem derart großen Kasten nur eine halbgare Lösung. Das Ergebnis lautete: 2 Kameras kommen in den Nistkasten! Von der Seite und von oben als Draufsicht. Da der Internetanschluss in der Kirche aber „nur“ VDSL 50 mbit mit 10 mbit im Upstream ist, wird es voraussichtlich aber immer nur eine der beiden Kameras live geben, damit die Leitung nicht direkt am Limit läuft oder es durch gewisse Flaschenhälse der Kapazität zu Fehlern der Übertragung kommt.


Dann ging es für mich los, die Positionen der Kameras genau festzulegen. Ich bohrte zunächst in die Mitte der Positionen ein 8 mm Loch um danach mit der Stichsäge das Loch auf die 80 mm zu vergrößern. 2 Einbaurahmen für die Kamera habe ich am Vortag geschweißt.

Während ich mich am Nistkasten zu schaffen machte, verlegte Michael Ziara mit seinem Kollegen Moritz Beutel das 50 Meter LAN-Kabel vom Nistkasten durch den Glockenturm hinab zum Dachboden wo über dem Kirchen-Hauptraum durch die Holzdecke noch sehr guter WLAN-Empfang herrschte. Mit einem Repeater haben wir das WLAN-Signal auf das LAN-Kabel hinauf in den Turm gebracht. Eine Direktverbindung mit dem Router ist wegen der Gegebenheiten nicht möglich gewesen.


Am Ende des Tages und nach etwa 10 Stunden war die Arbeit im Wesentlichen dann getan. Doch haben wir die Rechnung ohne den Strom gemacht! Im Turm sowie auf dem Dachboden sind die Steckdosen mit dem Licht gekoppelt. Schaltet man das Licht ab, ist auch der Strom auf der Steckdose aus. Für das Livestreaming natürlich fatal. Da mussten wir aber ersteinmal drauf kommen und eierten gut eine Stunde umher um den Fehler zu finden. Mit dem für mich total unbefriedigenden Gefühl, auf den letzten Metern dann die Fertigstellung nicht hinzubekommen, mussten wir dann an dieser Stelle die Aktion beenden da nun der Elektriker kommen muss um die Steckdosen vom Licht zu entkoppeln. Technisch schien nämlich bereits alles zu funktionieren. Nur das Stromproblem muss noch gelöst werden!


Michael und seine Partnerin luden mich nach dem gemeinsamen Mittagessen auch noch zum Abendessen ein, doch war bei mir nach einem derart langen Tag und bevorstehenden Heimfahrt von ca. 280 km die Luft raus und ich wollte nur noch nach Hause, bevor irgendwann die bleiernde Müdigkeit gekommen wäre. Aber es wird nicht das letzte Treffen sein 🙂 Voraussichtlich im Februar wird es ein neuerliches Treffen geben, – dann auch mit Lokalpresse wonach der Livestream dann auch auf der Vereinsseite zu sehen sein wird. Hier wird er hoffentlich vorher live gehen, – denn auch in Turmfalken-Nistkästen kann es Besuche geben oder auch Übernachtungsgäste.

Freuen wir uns auf hoffentlich interessante Einblicke aus der Welt der Turmfalken!

3 Antworten

  1. Das finde ich super!
    Bei uns in Hagen (NRW) gibt es im Schornstein unserer Müllverbrennungsanlage, einen Live Stream, wenn es Nachwuchs bei den Turmfalken gibt. Es wird immer sehr gut angenommen, ist auch total schön und interessant.

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