Fotogene Gewitterfront bei Soest
Heute mal Off-Topic! 🙂 Wer meine Seiten schon länger verfolgt, weiß, dass ich auch Sturmjäger bin und mein anderes Hobby die Meteorologie und Fotografie ist! Dieses Projekt hat sich eigentlich damals davon nur abgespalten und sich verselbständigt. Durch verschiedene Umstände kann ich das Hobby aber kaum ausleben, da die letzten Jahre fast nur Wetterlagen für die Tonne hatte und hinzu kommt eine Wetter und Fotografien-Szene, die von Neid, Hass und Dummheit zerfressen ist. Der eine gönnt dem anderen nichts und Jeder sieht in Jedem eine Konkurrenz, – da werden sogar gute Fotospots zum Geheimnis gemacht und sich gegenseitig fertig gemacht. Und hoch lebe die Arroganz und Selbstherrlichkeit bei Leuten, die fachlich gesehen mehr drauf haben.
Somit bin ich meistens alleine unterwegs oder fahre auch mal mit einem Kollegen Andre Frank (Facebook) raus!
Chasingtour zwischen Werl und Soest am 29.05.2026
Schon die letzten 3-4 Tage deuteten die Vorhersagemodelle die Entstehung eine größeren Gewittersystems über dem Norden von NRW an, welches weiter Richtung Hessen ziehen sollte. Über dem Siegerland in meiner Region sollte weniger passieren und nur ein paar Modelle hatten da was drin. Da das Sieger und Sauerland durch seine Berge, schlechte Infrastruktur und kaum vorhandener Aussichtspunkte eh ein „no-chase-Area“ ist, entschloss ich mich mir dann die Gewitter dort zu holen, wo die Landschaft schön flach ist, wo zudem viel Landwirtschaft herrscht. Da findet man meist einen guten Fotospot und kommt selbst auf Nebenstraßen gut vorwärts, wenn eine Standortkorrektur nötig ist.
So entschloss ich mich schon früh Richtung Werl zu fahren. Zunächst fand ich auf einem sanften aber doch recht hohen Hügel bei Werl/Ense einen guten Spot. Bald schirmte der Amboss der noch fernen Gewitter die Sonne milchig-matt ab, bevor sie ganz hinter der strukturlos grauen Masse verschwand, während sich der Nordhimmel verfinsterte. Am Radar hatten die Gewitter immer noch eine zu starke Ost-Komponente und würden eher vorbeiziehen. Somit korrigierte ich meinen Standort und fuhr in Richtung Soest, also noch näher ans Gewittersystem.
Aufzug der imposanten Shelfcloud
Schon während der Fahrt zum besseren Spot war fern am Horizont eine laminare Kante im Dunst erkennbar. Da war mir klar, was sich da noch versteckt. Ich fuhr vor meinem eigentlichen Ziel von der Bahn wieder ab und suchte mir schnellstens einen guten Aussichtspunkt (bei Soest). Kaum angekommen gab der Dunst das Gerät langsam frei.
Nach und nach kam immer mehr Struktur zum Vorschein und die Böenfront des ganzen Systems zeigte sich schon bald in seiner ganzen Pracht. Scharfe lamellenartige Konturen, fast schon ambientlight-artig hinterleuchtete, horizontale Flächen machten das Teil echt fotogen und zur schönsten Shelfcloud (deutsch: Regalwolke) seit einigen Jahren für mich! Nur das damals „legendäre“ Pfingstunwetter 2014 toppte das noch um Längen, – damals hatte ich aber weder ne gute Kamera noch ein Auto.
Schwere Sturmböen mit umgestürzten Bäumen beim Durchzug!
Wenn so eine laminare/organisierte Wand aufzieht, ist fast immer Wind ein Thema! Diese Böenfront entsteht an der Vorderkante der aus dem Gewitterkomplex ausfließenden Kaltluft. Durch die Niederschlagsabkühlung sowie Herabmischen von Höhenwinden (vertikaler Impulstransport) wird dieses Vorpreschen noch verstärkt. Die ausströmende Kaltluft ist schwerer als die Warmluft vor dem Gewitter, schiebt sich darunter und zwingt sie zum Aufsteigen. Das führt dann zur Bildung weiterer Gewitterzellen bzw. verstärke die „Mutterzelle“. Es traten schwere Sturmböen mit mindestens um die 90 km/h auf, möglicherweise drüber. Nur wenige hundert Meter entfernt stürzten einzelne Bäume um. Ich musste schon stark gegen den Wind ankämpfen und meine Kamera auf dem Stativ festhalten. Durch den Staub war auch die Sichtweite stark herabgesetzt und ich wurde fast gesandstrahlt – hehe. Gut, dass ich vorher was gegen Gräserallergie eingeworfen habe, – sonst hätte ich bestimmt die totale Pollenexplosion gehabt 😉 Das Erlebnis war einfach geil! Die Strukturen, die Atmosphäre, die Action! Gewitterlagen sind für mich immer eine Erfüllung, ebenso viel Schnee im Winter!
Anmerkung in eigener Sache
Bitte machen Sie solche Touren nicht nach, wenn Sie nicht über gewisse meteorologische Kenntnisse verfügen! Es ist wichtig, mögliche Gefahren rational und objektiv einschätzen zu können, denn die Lage ist sehr dynamisch und innerhalb weniger Minuten sieht es völlig anders aus. Ich lebe bei dem Hobby einfach meine Faszination und Leidenschaft für Gewitter. Keinesfalls geht es mir um Sensationsgeilheit, etwa um Schäden, Tote und Verletzte. Leider werden in Zeiten des „Klickschlampentums“, wo aus jedem Wetterzustand die Apokalypse gemacht, amtliche Unwetterwarnungen immer seltener ernst genommen, da die Leute mehr und mehr abstumpfen. „Da kommt doch eh nix!“. Überall werden Horrormeldungen gepostet, vom 40 Grad Dürresommer über Unwetterwalzen, im Winterhalbjahr ist es dann die Russenpeitsche usw. Gewisse Schmierseiten, – und Blätter kotzen diesen Dreck bewusst in die Welt, denn Horrorschlagzeilen bringen viele Klicks und viel Aufmerksamkeit. Und viele Klicks = viele Werbeinnahmen! Diesen „Klickschlampen“ und medialen Müllkippen müsste m.M nach per Gesetz das Handwerk gelegt werden. Meistens sind es immer Dieselben, die solchen Müll verbreiten. Dieser Umstand zieht zudem die komplette seriöse Meteorologie in den Dreck, da der Laie, der den Müll frisst, oft nicht zwischen „Klickschlampen“ und seriösen Quellen unterscheiden kann.
Dieses Abstumpfen führt wie erwähnt dazu, dass Unwetterwarnungen seriöser Quellen wie dem DWD nicht mehr ernst genommen werden. Kommt dann warnrelevantes Wetter, steigt somit die Gefahr für Tote und Verletzte sowie auch für Sachschäden.
Auch bei mir zu Hause in Siegen ging es rund!
Alle Bilder in diesem Abschnitt stammen von Andre. Er fotografierte aus Wilgersdorf bei Wilnsdorf, während ich noch irgendwo bei Meinerzhagen am Rückweg war.
Das Sieger und Sauerland ist schlecht chasebar und viele Gewitterlagen enden hier als Flop, entweder weil man sie mangelns geeigneter Aussichtspunkte fotografisch nicht verwerten kann, oder der Kram geht kaputt oder zieht vorbei. Drum bin ich rausgefahren. Mein Kollege Andre blieb aber hier. Für ihn hat es sich auf jeden Fall auch gelohnt und es gab auch hier sowohl eine Shelfcloud als auch Sturm und Blitze zu fotografieren. Als ich von meiner Tour zurückkamen, trafen wir uns noch an unserem Standard-Aussichtpunkt in Wilgersdorf bei Wilnsdorf. Da ich sogesehen zu spät war, bekam ich vom Blitz-Kuchen nichts mehr ab, es regnete und man konnte zu keinem Zeitpunkt draussen fotografieren. Doch einen richtig guten Blitz bekam er drauf, der schlug in den Fernmeldeturm auf der Eisernhardt ein.
Andre begeistert sich neben Wetterfotos aber auch für die Astro-Fotografie. Etwa Sternennebel, Galaxien usw.
Schauen Sie doch gerne mal auf seinen Profilen und seiner Webseite vorbei.






Wow, sehr beeindruckende Bilder.
Was für eine Kamera nutzt du? Keine Sorge, ich will keine Unwetter fotografieren. Aber Naturfotos generell. Optimal, wenn es auch den Mond erkennen würde. Ohne KI Sch… die dir eine tolle Aufnahme „generiert“
Vielleicht hast da einen Tipp für Einsteiger. Schon mal vielen Dank.
Und danke auch fürs Teilen dieser tollen Aufnahmen!!!
unfassbar schöne Fotos! Ich schau sie mir schon zum x.mal an. Einfach toll! Danke Euch fürs zeigen.
Grossartige Fotos als Desktophintergrundfoto 👍
Imposante Bilder, die ich vor Jahren ebenfalls genau so gesehen habe, mangels Kamera konnte ich die Dramatik nur in meiner Erinnerung festhalten, ebenso, dass wir zwei (mein Sohn und ich, damals noch mit einem Trailerbike unterwegs) so richtig nass geworden sind,
weil der aufkommende Sturm schneller war als wir auf unserem Bike.
Ansonsten mag ich es eher wolkenfrei, um in die Sterne gucken zu können 😄
Ich mag zwar kein Gewitter, aber die Fotos sind schon imposant 😊
Ich bin ja schon richtig schockiert so etwas „Und hinzu kommt eine Wetter und Fotografien-Szene, die von Neid, Hass und Dummheit zerfressen ist. Der eine gönnt dem anderen nichts und Jeder sieht in Jedem eine Konkurrenz, – da werden sogar gute Fotospots zum Geheimnis gemacht und sich gegenseitig fertig gemacht“ lesen zu müssen, es geht doch dabei nicht um eine „hohes“ Preisgeld 😯😯😯😯
Faszinierende Fotos.
Wow, tolle Fotos. Danke für das Teilen.
Bei uns im Süden ging es gestern richtig ab, eine Apokalypse war es nicht aber der Wind und die Nässe war schon kräftig.
Regen ist natürlich wichtig für die Natur, aber unseren Garten wetterdicht zu machen ist halt viel Arbeit und danach aufzuräumen macht auch keinen Spass 🥴