Große Hitzebelastung bei den Blaumeisen
Wie schon seit gut 10 Tagen in den namhaften Wettervorhersagemodellen angedeutet, ist die gefühlte Backofenhitze angekommen und dank Sonnenhöchststand von der Jahreszeit her sowie thermischer Durchmischung konnte die Luftmasse ihr destruktives Hitzepotenzial so richtig entfalten. So wurden schon gegen 12 Uhr die 30 Grad erreicht und das blieb auch im Nistkasten bei den Blaumeisen nicht ganz ohne Folgen, auch wenn durch die 110 m Höhenunterschied von Lüdenscheid zu Siegen 1 Grad weniger Temperatur am Kasten anlagen…
Die Küken leiden sichtlich unter der Hitze und durch Öffnen des Schnabels sowie das Anlehnen an die kühleren Nistkastenwände versuchen sie irgendwie die Körpertemperatur stabil zu halten um nicht zu überhitzen. Denn Vögel können nicht schwitzen! Sie geben – ähnlich wie Hunde – die Körperwärme über Hecheln ab. Das mindert zwar das Risiko einer Austrockung durch Flüssigkeitsmangel, erschwert aber die Regulierung der Körpertemperatur welche bei Vögeln sogar etwas höher liegt, nämlich um die 40 Grad, teils sogar leicht darüber wo der Mensch schon längst über die Klinge gegangen wäre!
Immerhin aber läuft die Fütterung den Umständen entsprechend aber durchaus gut und beide Elternteile fütterten. Auch das Kleinste bekam hierbei wieder was ab. Allerdings gab es auch eine „Leerfütterungen“, also dass Mutti ohne Leckerbissen im Schnabel einkehrte. Das sorgte dann bald wieder für leichte Verstimmungen in den Kommentarspalten wo Eingriffe meinerseits gefordert wurden!
Doch gibt es derzeit keinerlei Gründe für ein Eingreifen! Gegen die Hitze kann ich nichts unternehmen, der Nistkasten ist ganztägig schattig. Dazu bekäme man so kurzfristig kein geeignetes Futter wie Buffalos oder Wachsmaden, denn leider sind viele „Fachläden“ immer mehr zu Saftläden verkommen und ohne Bestellerei im Internet mit den 1-3 Tagen Lieferzeit geht heute kaum noch was in der Hinsicht. Das hat letztes Jahr leider auch mindestens 2 der toten Küken in Dortmund verursacht. Allerdings ist eine Zufütterung auch überhaupt gar nicht angezeigt und logistisch unmöglich – denn wer Lüdenscheid kennt, weiß auch von der untragbaren Verkehrssituation welche von unfähiger Politik so herbeigeführt wurde! Brauche ich nachts ca. 50 Minuten, reichen am Tage auch 2 Stunden nicht.
Hintergrund: Bei Lüdenscheid auf der A45 ist seit Dezember 2021 eine marode Autobahnbrücke (Rahmendetalbrücke) komplett gesperrt da sich tragende Bauteile verformt haben. Schon 2014 aber wusste man über den maroden Zustand der Brücke Bescheid aber statt die Brücke zu sanieren, wurde bloß die Fahrbahn mit Blechwänden verengt und Tempo 80 verhängt, man machte sich sogar die „Mühe“, die weißen Fahrbahnmarkierungen dahingehend anzupassen! Man lässt also die Infrastruktur mit Vorsatz vergammeln nebst aller Konsequenzen. Jetzt MUSS die Brücke komplett neu errichtet werden aber die Rechnung dabei wurde wieder nicht ohne deutsche Bürokratie und Idiotie sowie typisch deutschem Schneckentempo der Umsetzung eines Neubaus gemacht… Somit muss der komplette Transitverkehr durch das Stadtgebiet von Lüdenscheid + Nebenorte was zu zig kilometerlangen Staus führt, den Menschen die Nerven zersägt, sie krank macht und schließlich die ganze Region abhängt und so manchen Betrieb schon den Bach hat runtergehen lassen. Ein wahrer Albtraum wie er im Buche steht und ein Erwachen gibt es wohl frühstens in 5 Jahren! Und was mich mit am meisten an der Sache aufregt ist, dass die Verantwortlichen der Autobahn GmbH ungeschoren davonkommen wo der „Ottonormalo“ wie Unsereins zu Lebzeiten aus dem Zahlen von Schadensersatzansprüchen nicht mehr rauskäme und in den Ruin getrieben, und/oder gleich im Knast landen würde – eben typisch Deutschland – Kopfschütteln bis zur Gehirnerschütterung…
So, genug ausgekotzt! Die Hitze sollte sich hier schon morgen abschwächen und mit ganz viel Glück reicht es auch mal für etwas Regen durch Schauer und Gewitter an der Kaltfront. Etwaiger Regen würde die Futtersituation nochmals verbessern – auf Kosten der höheren Schwüle danach, denn auch die Folgetage werden recht warm, jedoch sollten die Küken das dann wegstecken können.
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5 Antworten
Hallo, sehr schöne Aufnahmen im Nistkasten. Ich habe eine Kohlmeisenbrut im Nistkaten. Der Nistkasten ist abgeschaltet.
Wie groß die Jungen sind kann ich nicht sagen, Aber die Fütterung durch beide Eltern begann vor etwa 1 Woche.
Ich beobachte das füttern sehr intensiv.
Zum Schutz gegen die Extremhitze, sprühen ich den Nistkasten von außen zwischen 17 und 19 Uhr, stündlich mit kaltem Wasser ab.
Jetzt muss ich leider feststellen, daß die Altvögel kaum noch zum Nistkasten kommen. Ich befürchte, dass die Kleinen die Extremtemperatur (bestimmt 38°c) nicht überlebt haben. Ich hoffe dennoch, daß sich sie Altvögel bei der Hitze eine Pause gönnen.
Jetzt, ca. 20 Uhr, war seit einer Stunde keine Fütterung mehr. Sonst war die Fütterung im 30 Sek. Takt. Naja, die Hoffnung stirbt zuletzt, lG Manfred
Wahrscheinlich ist die Brut dann eingegangen. Spätestens wenn Fliegen am Loch schwirren und keine Aktvitäten mehr herrschen, ggf mal nachsehen.
Hier in Niedersachsen sind „meine“ Kohlmeisen wohl leider auch der Hitze zum Opfer gefallen. Am heißesten Tag war ich leider gar nicht zu Hause und die Elternvögel habe ich schon zwei Tage nicht gesehen. Ich hätte den Kasten ggf sonst mit einem „Zusatzdach“ schützen können.
Heute Abend habe ich mich dem Nistkasten genähert, kein Muks. Ich werde also am Wochenende den Kasten einmal öffnen und vermutlich viele tote Jungvögel bergen 🙁
Habe den Nistkasten geöffnet. Drei tote Jungvögel im Nest. Ich habe mit mehr gerechnet. Ich habe keine Kamera im Kasten gehe aber von einer üblichen Zahl von Eiern aus. Die Vögel sagen eigentlich noch nicht wirklich flugtauglich aus, aber ist der Rest mit den Eltern ausgeflogen? Ich habe seit mehreren Tagen keine einzige Kohlmeise mehr gesehen
Bei hitzegefährdeten Standorten könnten ggf. Nistkästen aus Holzbeton von Vorteil sein, da diese die Temperatur etwas konstanter halten. Wir mach(t)en bislang damit auf unserem Balkon recht gute Erfahrungen.