Marder frisst Küken aus Starenkasten
Die Überschrift sagt es schon deutlich, was sich vergangene Nacht im Starenkasten abspielte. Am Morgen war im Chat die Verwunderung groß, warum es nur noch 4 Küken im Starenkasten 1 sind, nachdem es gestern Abend noch 5 waren. Somit ging ich auf Spurensuche und wurde fündig! Um etwa 2:29 Uhr gab es eine Plünderung durch einen Marder am Nistkasten.
Der schaffte es tatsächlich mit dem Kopf bis zum Pfotenansatz durch das Loch ins Kasteninnere! Das Loch dürfte vermutlich 55-60 mm haben, da es durch Gepicke am Loch über die Vorjahre nach und nach aufgeweitet wurde. Dennoch erscheint mir dann der Marder sehr klein, wenn er mit dem Kopf bis zu den Pfoten reinpasst. Vielleicht ist es auch ein Mauswiesel. Diese sind kleiner als die „klasischen“ Steinmarder. Er versuchte es einige Minuten lang und durch die Eindringtiefe mit dem Kopf konnte er sich nach vielem Hin und Her und Probieren mit der Pfote dann ein Küken mit dem Maul packen und aus dem Nest zerren! Einige Minuten später gab es noch eine zweite Plünderungsaktion, die scheiterte zum Glück aber und es blieb die Nacht bei einem Küken. Für den Erfolg der Plünderung mache ich gewissermaßen aber auch das sture Fernbleiben des Muttertiers seit dem 4 oder 5. Tag nach Schlüpfen, was absolut untypisch ist und gar den Tod der Brut durch Unterkühlung riskiert. Mit Muttertier wäre es vllt. zu einer Abwehrreaktion mit Fauchen, Flügelschlagen etc, gekommen, die vielleicht den Übergriff hätte verhindern können. Letztlich bleiben es aber Spekulationen.
Schutzmanschette kann von Marder/Wieseln umgangen werden
Vor etwa 4 Wochen habe ich nach Plünderungsversuchen durch Waschbären eine Kunststoffmanschette am Stamm installiert, die ein Hinaufklettern unterbinden soll. Doch hatte ich auf Grund der Beschaffenheit schon beim Einbau Bedenken gehabt, ob das wirklich 100% sicher ist. Denn links vom Stamm steht eine Thuja, die nicht sicherbar ist und der Baum selbst hat im Kronenbereich Kontakt zu Nachbarbäumen. Die Umgebung ist waldähnlich. Der Nistkasten hängt zudem bei einem Bekannten/Kunden auf dem Gelände, – da kann ich nicht „einfach“ alles auf Links drehen. Somit können zumindest leichtere Tiere wie Marder/Wiesel über Umwege den Kasten immer noch erreichen und Unfug stiften. Den Waschbären habe ich immerhin seit der Montage dort nicht mehr gesehen.
Den Kasten werde ich nach Saison mit einer neuen Front versehen, mit 45 mm Loch und 3x so dicker Wandstärke, – wie der neuere Kasten 2 gegenüber. Dann dürfte es denke deutlich schwerer sein da rein zukommen.
Immerhin: Der Marder ist einheimisch!
Bei aller Dramatik macht es für mich persönlich einen großen Unterschied, ob ein einheimisches Raubtier zugeschlagen hat oder aber invasive Arten wie Waschbären oder satt gefressen-faule Freigängerkatzen aus Langeweile alles schreddern und zunichte machen. Denn DAS ist ganz sicher keine „Natur“, sondern menschengemachtes Problem, – da braucht man auch nichts schönreden, auch wenns viele Katzenfanatiker und Waschbären-Liebhaber durch ihre rosarote Brille in ihrer Militanz nicht sehen wollen! Viele dieser Leute machen ihre HAUStiere zum Problem Anderer, für die Artenvielfalt und/oder stellen die Interessen einzelner invasiver Arten über die Interessen eines ganzen Ökosystems. Aus Gleichgültigkeit, Ignoranz oder einfach beschränktem Denken von der Tapete zur Wand? Auf die Gefahr hin, einen Nerv zu treffen, rücke ich von meiner Haltung zu dem Thema keinen Milimeter ab.
Schlüpfende Küken bei Radio Siegen & Wetterstation
Gestern schlüpften die Küken bei Radio Siegen und auch bei mir zu Hause am Kasten Wetterstation, – allerdings auch wieder in Etappen und bis zum Ende des Tages waren jeweils 3 Küken geschlüpft. Bei Radio Siegen sind es zudem aber auch nur 5 Eier, während bei der Wetterstation 8 Eier gelegt wurden. Da kamen auch wieder durchaus fotogene Szenen zustande, etwa wie ein Küken sich aus dem Ei befreite oder ein Trichter durch dei Kopflastigkeit umgefallen ist.
Heute kam bei Radio Siegen noch ein 4. Küken nach, an der Wetterstation sind gegenwärtig 5 von 8 geschlüpft. Ich gehe davon aus, dass die restlichen Eier Blindgänger sind.
Playlist
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1:13






Hallo Alexander, gerade wurde wieder ein Starenküken vom Marder geräubert. Kann man da nichts machen? Das ist so traurig..
wie du schon gesagt hast, ist der Marder keine invasive Art oder mordet aus Langeweile, sondern weil er es muss, vielleicht weil er selbst Nachwuchs durchbringen muss.
In der Natur ist das eine vom anderen abhängig und reguliert sich selbst.
Wenn dem Marder, durch Maßnahmen, Nahrungsquellen (ein Küken ist hart gesagt, nichts anderes) verwehrt werden, gefährdet das seinen Nachwuchs und es fehlt eine Generation, die Regulierung kommt ins wanken.
Ich würde nicht eingreifen.
Die Katzenabwehrgürtel sind ziemlich nutzlos. Sie nützen in der Regel weder gegen Marder noch gegen Waschbär.
Wir haben hier im Raum Ehringshausen (wie sonst vermutlich überall) massive Probleme mit den Bären. An einigen Bäumen haben wir nun etwa 70 cm hohe Dünnblechmanschetten angebracht (wie im Wald an Schwarzstorchbäumen).
Ich habe keine Ahnung wie man dem Waschbärproblem Herr werden soll? Es werden immer mehr!
Grössere Eingriffe am Nistkasten sind natürlich schwierig in dieser Zeit, weil die Mutter/Eltern dann vielleicht vom Nest wegbleiben.
Und klar haben auch andere Tiere/Küken ihren Hunger, aber richtig mitleiden darf man trotzdem, schliesslich schauen wir ja diese Webcams hier an.
Hallo Alex, was für ein Albtraum, die armen Kücken 😢
Immerhin gibt es „Schlüpfende Küken“-Videos nach dem negativen Video 😔🙂
Da nun schon das zweite Küken, von Starenkasten 1, weg ist, habt ihr ja nun was gemacht, am Eingang.
Ich hoffe, dass die restlichen 3 Küken es nun schaffen.
Aber, so ist eben die Natur.
Jetzt muß man auch noch die Nistkästen bewaffnen. Ich schlage Strom vor. Metallring am Eingang, mit Kamera. Bei Einbruchsversuch von allem was größer und viel kräftiger ist als eine Meise gibt es einen Stromschlag. Per installierter Batterie. Zack! Ruhe is!
Das muß natürlich kindersicher, äh kükensicher, sein. 😉
Die Katzenthematik hätte man nicht besser formulieren können. Wir haben die gleichen Probleme…Die Katzen töten unsere Jungvögel und sch… regelmäßig in den Garten. Immerhin hat bei uns der Fuchs für eine leichte Dezimierung gesorgt. Eine von Nachbars Katzen musste eingeschläfert werden und eine zweite ist ganz verschwunden.
Die armen Küken von der Wetterstation leiden sehr unter der Hitze. Hoffentlich überleben sie die nächsten Tage. Sie wirken ziemlich fertig auf mich. Was sagt eure Erfahrung? Liebe Grüße, Kati
Durch Zufall gesehen: 5:42 Uhr, der zweite Star verlässt Starenkasten 1 😊