schlüpfende Küken

Wartung und Instandhaltung

Wenn Sie einen fertigen Nistkasten bei mir bestellt oder sich einen nach meiner Anleitung selbst gebaut haben, haben Sie einen Nistkasten dessen Haltbarkeit sehr hoch sein sollte. Nichtsdestotrotz ist nichts für die Ewigkeit.

Reinigung nach der Saison

Ist die Brut ausgeflogen, sollten Sie den Nistkasten reinigen. Dazu lösen Sie die obere und untere Schraube der Frontblende und nehmen Sie sie heraus. Vermeiden Sie dass Ihre Haare zu nah an das Nest kommen, denn der Nistkasten ist gewöhnlich von parasitären Schädlingen befallen welche zwar eigentlich nur Vögel malträtieren, doch als Fehlwirt kann auch der Mensch in Betracht kommen! Spachteln Sie die Reste des Nests vom Kastenboden und/oder verwenden Sie dazu eine Feilenbürste oder Drahtbürste – dann wird das Holz durchaus wieder fast „wie neu“! Die Reste können Sie entweder mit einem Industrie-Staubsauger aussaugen oder ausfegen. Bitte auf keinen Fall einen Haushaltsstaubsauger verwenden den Sie in Ihrer Wohnung nutzen. Zum Schluss kann man optional den Kasten mit kochendem Wasser desinfizieren und etwaige Eier und Viezeug in unzugänglichen Ritzen wie den Bodenlöchern usw. abtöten.

 

 

Verwenden Sie auf keinen Fall Reinigungsmittel da die Rückstände den Vögeln schaden können.

 

 

Die Reinigung führen Sie am besten direkt nach Ausflug der Brut durch, damit eine etwaige Zweitbrut nicht durch Altlasten der Erstbrut, toter Küken usw. vorbelastet wird.

 

 

Ich empfehle zudem eine zweite Reinigung des Nistkastens mit Entfernung etwaigem Kots von Übernachtungs-Meisen im Februar. Reinigen Sie dann auch mal das Glas der Linse von der Kamera mit Glasreiniger um ein optimales Bild der bald kommenden Brutsaison zu bekommen!

Reparaturen

Der Nistkasten ist ansich relativ wartungsfrei und die Haltbarkeit des Holzes sollte locker 10 Jahre betragen. Nach 3-4 Jahren empfiehlt es sich, den Nistkasten mit biologischer Holzschutzfarbe nachzustreichen. Vom Buntspecht beschädigte Teile des Nistkastens sollten ersetzt werden.

Von mir ausgelieferte Nistkästen mit Kamera sind mit biologischer Wetterschutzfarbe von Bio-Pin behandelt. Die gibt es auch im kleineren Gebinde in „OBI“-Märkten.

Austausch des Dämmerungsschalters

Der Dämmerungsschalter (schwarze Box) steuert die Beleuchtung im Kasteninneren. Als mechanisches Bauteil kann er mit der Zeit kaputt gehen was im Idealfall dann bloß dazu führt, dass das Licht nicht mehr einschaltet, aber auch eine Dauerbeleuchtung kann nicht ausgeschlossen werden. Dafür ist übrigens der Kippschalter gedacht! Damit soll man das Licht bei Defekt schnell und störungsfrei und ohne Herumdoktern am bewohnten Kasten abschalten können, bis die Küken ausgeflogen sind und man den Fehler beseitigen kann!

 

Um zu prüfen, ob der Schalter überhaupt schaltet oder nicht bloß das Leuchtmittel defekt ist, sollten Sie mittig des Schalters auf das „Auge“ mit einer Taschenlampe helles Licht leuchten oder dieses abdecken. Hören Sie ein „Klacken“?. Wenn nein, schaltet der Dämmerungsschalter nicht und muss ausgetauscht werden. Prüfen Sie aber vor dem Ausbau auch die Kabel auf ihren Sitz und Korrosion (Grünspan) oder Fraßschäden durch Mäuse welche durchs Kabeldurchführungsloch in die Technikabteilung gelangt sein könnten!

 

Lösen Sie von der Lüsterklemme die Verbindungen mit einem kleinen Schlitz-Schraubendreher zum Dämmerungsschalter und schließen den Neuen entsprechend der Reihenfolge der Kabel zuvor an – machen Sie notfalls vor der Demontage ein Foto der Verkabelung! Trotz der ungefährlichen Niederspannung von 12 Volt sollten Sie vorher den Strom abschalten um Kurzschlüsse zu vermeiden.

 

Den Kemo M122 Dämmerungsschalter erhalten Sie hier.

 

Austausch der LED-Beleuchtung

In meinen Nistkästen ab ca. Baujahr 2022 kommt ein kleiner LED-Strip mit 3 kaltweißen Dioden zum Einsatz. Davon habe ich 2 mit Isolierband abgeklebt, damit das Licht nicht zu hell wird und um bei Defekt einer Einzeldiode einfach eine andere freilegen zu können. Das spart ggf. den Austausch des ganzen Strips! Der LED-Strip ist eigentlich Licht für eine Modelleisenbahn bzw. deren Umgebung aber ideal für die Beleuchtung im Nistkasten.

 

Entfernen Sie dazu zunächst die weiße Blende des LED-Profils und dann einen Teil des schwarzen Isolierbands am Strip. Wenn noch mindestens eine der 3 Leuchten leuchtet, ist das Problem gelöst.

 

Ansonsten ist ein Austausch des Strips angesagt. Dies habe ich bei Kästen nach Bau Januar 2022 nochmal vereinfacht.

 

  1. Lösen Sie einfach die Verbindung zur Lüsterklemme an welcher die Kabel der Beleuchtung enden und entfernen Sie dann den Strip aus dem Kasten. Den neuen Strip legen Sie einfach gemäß der Polarität (+ (Rot) kommt vom Kippschalter, –  (schwarz) vom Dämmerungsschalter.
  2. Lösen Sie die Schutzfolie der Unterseite zum Kleben ab und kleben Sie den Strip etwa mittig ins Lichtprofil ein.
  3. Ich empfehle 2 der 3 Dioden wieder mit Isotape lichtdicht abzukleben um nur soviel Licht wie für gute Farbbilder nötig im Kasten zu haben.

 

Bei etwas älteren Kastenmodellen sind die Kabel der Beleuchtung noch angelötet. Sie können einfach beide Kabel des defekten Leuchtmittels durchtrennen, ein Stück abisolieren (mit einem Saitenschneider oder auch (Nagel)schere und gemäß ihrer Farbe/Polarität mit einer Lüsterklemme mit dem Ersatz-Leuchtmittel verbinden. Dann sparen Sie sich das Löten!

Bei meinen ersten Kästen die ich baute kamen noch Einzeldioden zum Einsatz. Ich empfehle die Beleuchtung auf den überholten Stand zu upgraden im Zuge der Reparatur da das Licht diffuser ist und die Austauschbarkeit einfacher ist.

 

Das Leuchtmittel für den Nistkasten finden Sie unter diesem Link.

Korrektur der Bildschärfe & Fokus

Mit der Zeit kann es notwendig sein, den Fokus der Kamera anzupassen um das Optimum herauszuholen! Besonders wenn Sie bei der vorherigen Saison bemerkt haben, dass die Elternvögel teils etwas unscharf waren und nur die Nestmulde scharf war – dann muss der Fokus höher (näher zur Kamera) gesetzt werden. Eine Fokus-Korrektur ist aber sehr einfach.


  1. Lösen Sie die 3 Schrauben in den „Löchern“ der Kamera. Dazu benötigen Sie einen mittelgroßen Kreuz-Schraubendreher ohne Isolierung um damit er in die Löcher passt.
  2. Sie können jetzt die Kamera senkrecht nach oben aus dem Gehäuse nehmen. Die Linse ist nun mittig zu sehen.
  3. Um den Fokus näher zur Kamera zu setzen, also höher über den Kastenboden zu bringen, drehen Sie von vorne betrachtet GEGEN den Uhrzeigersinn an der Linse. Aber mit sehr, sehr viel Gefühl und maximal in Milimeterschritten oder weniger! Das Fitzerl an Bewegung macht nämlich schon viel aus! Prägen Sie sich Strukturen/Kratzer am Linsenaussenrand in Relation zum Sockel ein um exakt definieren zu können, wieviel Sie die Linse rotiert haben. Um den Fokus weiter weg von der Kamera zu bewegen, drehen Sie von vorne gesehen IM UHRZEIGERSINN an der Linse. Vermeiden Sie das Berühren des Linsenglases da Fingerabdrücke die Bildqualität negativ beeinflussen (Nebelsicht).
  4. Prüfen Sie nach jeder kleinen Änderung an der Linse den Fokus durch den Livestream der Kamera im Nistkasten indem Sie die Kamera einfach lose zurück in ihr Gehause stellen. Als Referenzmaß eignen sich Gegenstände im Nistkasten welche die Höhe eines Vogelnests mit Elternvögel simulieren. Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Linse so zu fokussieren, dass die Ecken des leeren Kastenbodens im Vollbildmodus und bei voller Auflösung der Kamera betrachtet minimal unscharf werden (der Fokus liegt über dem Bodenniveau) Da das Vogelnest näher an der Kamera liegen würde als der Boden, müsste es dann in der Summe gut passen! Arbeiten Sie besonders sorgsam und nehmen Sie sich Zeit dafür – ist der Kasten belegt, ist eine Korrektur ohne Störung der Vögel nicht mehr möglich.
  5. Wenn der Fokus sitzt, setzen Sie die Kamera wieder in ihr Gehäuse und drehen die Schrauben fest. Stellen Sie sicher, dass das Päckchen mit dem Trockenmittel nicht herausgefallen ist! Es muss in der Kamera sein um sicherzugehen, dass keine eingeschlossene Luftfeuchtkeit zum Beschlagen von Innen führt!

Die Speicherkarte der Kamera austauschen

Die Kamera im Nistkasten verfügt über eine Micro-SD-Speicherkarte auf welcher die Aufnahmen gespeichert werden. Allerdings ist die Lebensdauer von SD-Karten nicht unbedingt hoch, wen besonders viele Lese und Schreibzugriffe erfolgen. Es ist daher wahrscheinlich, dass die Karte ihren Dienst irgendwann verweigert und das bekommt man nichtmal unbedingt mit, denn es fällt nur auf, wenn man die Aufnahmen sichten möchte.

Erhalten Sie beim Versuch die Aufnahmen zu sichten eine Fehlermeldung und wird im Menü unter „Speicher“ oder „Storage“ keine Karte erkannt oder da steht 0 GB/0GB belegt mit rotem Balken, ist die Karte hinüber und muss ersetzt werden!

 

 

  1. Nehmen Sie den Nistkasten vom Strom und öffnen Sie an der Kamera zwischen den beiden WLAN-Antennen den SD-Kartenslot mit einem Schraubendreher und sie können die Karte durch hineindrücken auswerfen. Setzen Sie danach die neue Karte ein und drücken Sie sie herunter, bia Sie ein leises Klacken hören und sie tiefer sitzt. Sezten Sie die Slotblende wieder ein.
  2. Schalten Sie den Strom wieder an und prüfen Sie danach, ob die neue Karte erkannt wird.

Update der Kamera Firmware

Mit der Zeit bringt der Hersteller Reolink Software-Updates für die Kamera heraus. Diese enthalten meist Sicherheits, – und Stabilitätsverbesserungen, teilweise aber auch neue Funktionen! Es macht daher Sinn, diese zu installieren.

Von der in meinen Nistkästen eingesetzten Reolink RLC 410w gibt es anscheinend mehrere Versionen mit unterschiedlichen Hardwarenummern welche je ihre eigene Firmware haben.

Zum überragenden Anteil haben die mir gelieferten Kameras die Hardwarenummer „IPC_51316M„. Sie benötigen also ein Update für die Reolink RLC 410w IPC_51316M. Auf her Herstellerseite gibt es mehr Informationen. Die Eigenschaften Ihrer Kamera finden Sie im Webinterface unter „Camera“ und dann „Info“.

 

Möglicherweise gibt es Probleme das Update für die Hardware No. IPC_51316M zu finden da es etwas verschachtelt ist. Notfalls fragen Sie den Reolink-Support nach der letzten Firmwareversion:  v3.0.0.1211_220816644 

Wenn alle Stricke reißen, kann ich Ihnen dieses Update per Mail zukommen lassen. Aus Gründen des Urheberrechts darf ich es hier nicht zum Download anbieten – leider hat man das Update auch nicht auf die Webseite gepackt sodass man nur via Supportanfrage an diese Version kommen kann!

 

Eingespielt wird ein Update dann über das Menü unter „System“ -> More -> Mainteaince und im obigen Feld wählen Sie dann das Update aus und führen es durch Drücken des Buttons „Update“ aus. Beachten Sie, dass durch ein Update möglicherweise alle Einstellungen der Kamera im Anschluss neu vorgenommen werden müssen. Updaten Sie daher nicht während der Brutsaison, wenn der Kasten belegt ist. Sonst könnte sich Frust breitmachen wenn der Kasten vllt. sogar neu mit dem WLAN verbunden werden muss was dann nicht möglich wäre durch die Belegung…