schlüpfende Küken

Eine Igelfamilie zieht ins Außengehege

Letzte Woche bekam ich ausgehend von einer kleinen Igelgruppe in WhatsApp eine Anfrage zur Aufnahme von insgesamt 5 Igeln. Der vorige „Interessent“ sprang leider kurzfristig ab und somit musste eine zeitnahe Lösung her! So bin ich eingesprungen. Das Glück ist hier, dass es eine Igelfamilie und ein einzelner Igel ist – dafür reichen meine Kapazitäten, da nur 2 Gehege erforderlich sind. Ansonsten müssen Igel gewöhnlich einzeln gehalten werden, da sie Einzelgänger sind und es bei 2 fremden Igeln zu Bissverletzungen kommen könnte. Nicht aber bei der Igelfamilie, einer Mutter mit 3 Kindern 🙂

 

Die Mutter wurde trächtig und mangelernährt aufgelesen, aufgepäppelt und brachte somit in der Pflege ihre Jungen zur Welt. Die Kleinen haben also noch nie die Aussenwelt gesehen! Daher ist der Umzug von der Pflegestation mit Innengehege ins Aussengehege bei mir ein neues Kapitel im jungen Dasein und zugleich ein Neuanfang in einer für Igel zuträglichen Umgebung. Die lange Autofahrt von Bornheim bei Bonn zu mir nach Siegen haben sie gut überstanden und es rappelte nur wenig im Karton 😀

 

Bei dem Einsetzen der Igel in ihr neues zu Hause waren die kleinen Igelchen direkt auf Zack und es wurde sofort geschnüffelt und erkundet – am hellen Tage – zum Schlafen in den bereits mit Stroh versehenen Schlafhäusern war die Neugier einfach zu groß! Die 3 Igel waren zudem sehr zutraulich und erlaubten abermals tolle Aufnahmen aus der Nähe – sie schnüffelten sogar an meinen Finger und stellten ihre weichen kalten Pfötchen darauf 🙂 Man sagt, dass das Zahme nicht so gut sei aber beim Aufnehmen rollen sie sich fest auf – das ist richtig und auch gut so. Die Igelmutter hingegen schmollte erst ein wenig vor dem Schlafhaus und verzog sich dann hinein, während die 3 Igelkinder fröhlich das Gehege erkundeten und sich vorher erst einmal so richtig einspeichelten! Warum die Igel das machen ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt! Es gibt aber wohl einen Zusammenhang mit einer neuen, fremden Umgebung.

 

Im Gehege nebenan zog ein Igelweibchen ohne Kinder ein. Viel sehen konnte man da jedoch nicht.

 

Auswilderungsgehege nun mit Igelfutterhäusern gegen Ratten

Anders als bei vorigen Auswilderungen habe ich diese Woche gleich 2 einfache Futterhäuser mit Rattenklappen gebaut in welchen fortan das Futter untergebracht wird, – denn bei jeder Auswilderungsmaßnahme mit freistehendem Futter in den Gehegen gab es massive Rattenprobleme! Die Rattenklappen an den Futterhäusern verhindern ganz gut, dass Ratten sich am Futter zu schaffen machen. Diese einfachen Futterhäuser ohne Kameratechnik können Sie zudem nun auch bei mir bestellen!

 

Die Igelfamilie sowie der einzelne Igel werden nun etwa 7-10 Tage im Auswilderungsgehege bleiben. Sinn dieser Maßnahme ist, dass sie sich zunächst an die Gerüche und Akustik der neuen Umgebung gewöhnen können. Im Anschluss werde ich die Zäune entfernen, die Futter und Schlafhäuser aber unberührt lassen. Auch nach der eigentlichen Auswilderung können sie genutzt werden.

 

Die Fütterung in den Gehege-Futterhäusern wird daegen langsam reduziert und dann eingestellt – schließlich gibt es weiter vorne ja die 2. Futterhäuser mit Kamera – dort steht jederzeit Futter und Wasser bereit 🙂

 

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Bericht über mein Igelprojekt in der Siegener Zeitung

Parallel zu meinen Igel-Neuankömmlingen gab es auch nun einen Bericht in der Siegener Zeitung zu lesen! In dem Beitrag geht es darum, was ich so mache und auch über die Probleme wird informiert, etwa Nahrungsmangel, Zerstörung der Lebensräume und leider immer mehr im Trend: Mähroboter und ihre scheußlichen Verletzungen, die sie Igel zuführen können, wenn der Mähroboter im Dunkeln/Nachts betrieben wird! Somit wird es vielleicht bei dem einen oder anderen Leser ein Umdenken geben hinsichtlich des Betriebs von Mährobotern während der Nachtstunden?! Bisher erkennt kein Mähroboter Igel zuverlässig was jüngst auch in einem Testversuch von Christian Ehrlich bestätigt wurde!

 

Darum mein Apell: Bitte betreiben Sie Mähroboter nur tagsüber, solange es hell ist, denn Igel sind nachtaktiv!

 

Schade ist jedoch, dass in der Print-Ausgabe kein Link zu dieser Webseite ausgeschrieben wurde und somit ein neugieriger Leser meine Livestreams nicht zu sehen kriegen dürfte. Somit leider diesbezüglich viel Potenzial, wenig genutzt. In der Online-Ausgabe wurde verlinkt 😉

 

Den Beitrag können Sie bei Vegrößerung des Bildes sehen, alternativ auch online lesen – jedoch dann leider mit Bezahlschranke.

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